Sardischer Unabhängigkeitsaktivist Salvatore Meloni stirbt

“Sie können mich einsperren, aber mein Geist wird für immer frei sein!”

Die Worte des sardischen Unabhängigkeitskämpfers Salvatore Meloni drücken in einem Satz sein Lebenswerk aus. Salvatore Meloni, genannt “Doddore” verstarb am 05. Juli im Alter von 74 Jahren nach einem Hungerstreik im Gefängnis, der über sechzig Tage anhielt.

Vier Tage später findet die Beisetzung  in dem Dorf Terralba statt, wo er lange Zeit gelebt hat. Der Gottesdienst wird in sardischer Sprache abgehalten und hunderte von Menschen begleiten Salvatore “Doddore” Meloni auf seinem letzten Gang. Einige von ihnen rufen “Freiheit” und “Unabhängigkeit”, andere tragen sein Foto auf dem T-Shirt und so mancher schwingt die sardische Fahne, in die auch der Sarg gehüllt ist.

Seine Frau trägt ein traditionelles Gewand, und auch Doddore selbst wurde in der Tracht von Ittiri begraben, wo er 1943 das Licht der Welt erblickte. Es kehrt Ruhe ein, als seine Witwe Giovanna am Sarg in Tränen ausbricht. Ein typischer, mediterraner, antiker Brauch der lauten Klage, “s’atitu” genannt.

Selbst die weiß-blau-rote Fahne der Sardischen Republik “Malu Entu” wird von vielen Trauernden in den Wind gehalten. 2008 kapern Doddore und einige Anhänger die kleine Insel Mal di Ventre, im zentralen Westen Sardiniens gelegen, und rufen dort die “Unabhängige Republik” aus.

Dieser Plan, den Doddore bereits Ende der siebziger Jahre gefasst hatte, scheiterte fünf Monate später. Ein Richter sorgte dafür, dass die Separatisten durch den Einsatz von Militärkräften entfernt wurden. Doddore hatte neben der Fahne auch eigenes Geld drucken lassen und weitere Pläne gefasst. Anscheinend gehörte die Insel nicht mal den Italienern.

 

FOTO

 

Es war auch das Geld, das Doddore zuletzt ins Gefängnis brachte. Er weigerte sich jahrelang Steuergelder zu bezahlen, da er den italienischen Staat nicht als seine Nation betrachtete: “Non si pagano le tasse agli stranieri!” / “Man zahlt keine Steuern an Fremde!”, verteidigte er sein Handeln.

Am 28 April 2017, am sardischen Nationalfeiertag “Sa dii de sa Sardìnnia”, stellte er sich und ging freiwillig ins Gefängnis. Er tat es seinem großen Vorbild Bobby Sands gleich, einem nordirischen IRA-Mitglied, welcher auch nach 66 Tagen Hungerstreik in einem Gefängniskrankenhaus starb. Es war jedoch nicht der erste Hungerstreik mit dem Doddore seinen Protest ausdrückte.

1981, als die Sardisten in Porto Torres einen Kongress abhielten, schlug er vor, das Statut drastisch zu erweitern. Er schlug vor, dass die Partei als höchstes Ziel haben sollte, das sardische Volk zur Unabhängigkeit zu führen. Im selben Jahr wird er wegen Separatismus, Verschwörung und bewaffnetem Angriff auf amerikanische Soldaten angeklagt und zu neun Jahren Haft verurteilt.

Während dieser Zeit tritt er bereits fünf Monate lang in den Hungerstreik. Danach lebt er einige Zeit in Korsika und auf dem italienischen Festland, von den Sarden “il continente” genannt. Die letzte Bewegung, der er angeschlossen war, hieß “Meris in domu nosta”, was so viel bedeutet wie “Herren im eigenen Haus”.

In den letzten Tagen sind sehr viele Artikel erschienen, die davon berichten, dass der italienische Staat einen großen Fehler begangen habe. Sehr viele der sardischen Medien haben das Thema diskutiert und besonders die Portale der Unabhängigkeitsparteien, die es in Sardinien gibt.

Bereits während seiner Inhaftierung gingen Fotos von ihm durch die sozialen Netzwerke, beschriftet mit dem Satz “Je suis Doddore Meloni”. Er hat nie sonderlich viele Stimmen bekommen, als er sich zur Wahl stellte. Er galt als der “Verrückte” unter den Separatisten, da seine Aktionen “schräg” wirkten.

Geradezu pittoresk, wie er am Tage seiner Gefangennahme in seinem roten Panda auf der Straße von der Polizei verfolgt worden ist, obgleich er gerade dabei war selbst ins Gefängnis zu fahren. Er lachte viel und sagte einmal, er habe seine “Revolution mit Polenta durchgeführt”, womit er meinte, dass man ihn immer als gefährlicher einstufte, als er es tatsächlich war und vieles von den Medien negativ aufgebauscht wurde.

Er war diesbezüglich sehr selbstironisch und veräppelte häufig den italienischen Staat. Sehr humorvoll nahm er auch die Parodie seiner Person in einem sardischen Fernsehformat, in dem er auftrat und sich mit seinem “Double” auf Sardisch unterhielt.

Überhaupt spielte die sardische Sprache eine sehr große Rolle. Er war anscheinend auch der Erste, der sich durchgesetzt hat, die sardische Sprache vor Gericht zu verwenden. Ein Übersetzer wurde hinzugezogen, obwohl Doddore der italienischen Sprache mächtig war.

Man hatte aber auch Respekt vor Salvatore Meloni, da er sehr stur und relativ gewaltfrei seine Ziele verfolgte. Es ist nicht einfach, in die sardische Mentalität vorzudringen und bestimmte Konzepte zu verstehen, zumal es verschiedene Betrachtungsweisen gibt. Man kann jedoch festhalten, dass er für viele als “Balente” galt.

Das Konzept, einer Person “die Werte vertritt”, die sich für die Gemeinschaft einsetzt. Eine Person, die mutig ist, die im Extremfall bereit ist für ihre Ideale zu sterben. Häufig werden diese Personen auch geehrt, weil sie sich gegen Autoritäten auflehnen.

Aus diesem Grund gelten manchmal leider auch einige schwere Kriminelle oder Banditen als “Balentes”. Partiell basiert dies augenscheinlich auf Regeln und auf einem Ehrenkodex. Von Fall zu Fall bewertet man individuell, ob das Konzept auf eine bestimmte Person zutrifft.

Ich persönlich habe ihn genauso verabschiedet am Tage seines Todes:

“RIP, Doddore Salvatore Meloni, amigu. As a abarrai semperi me su coru miu, indipendentista prus machilloti e prus balenti de totus.”

“RIP, Doddore Salvatore Meloni, Freund. Du wirst für immer in meinem Herzen bleiben, verrücktester und ehrwürdigster Unabhängigkeitskämpfer.”

 

Michela mala …

Mamai mia est emigrada in su 1976. Meda bortas mi fia preguntendi “po ita”.

Mamai mia est emigrada in su 1976. Meda bortas cumprendu su “po ita”.

Davvero … a volte le cose osservate da qui sembrano una barzelletta. Poi, sinceramente, come sapete … se leggete il mio Blog spesso, a volte non capisco tutto bene e magari mi sfugge qualcosa. In questo caso però credo di aver capito bene, correggetemi se sbaglio.

Cerco di ricostruire l’avvenuto per i miei lettori tedeschi (o in Germania) e per chi non stava seguendo la storia.

Michela Murgia ha scritto nel suo Facebook che aveva problemi di trovare un volo in continente per andare ad un funerale. Il problema ovviamente sono i trasporti pubblici. O non ci sono o costano molto. La Murgia allora prende un volo Ryanair, però augura nel suo Facebook al presidente della Regione Autonoma Sarda Francesco Pigliaru e al Assessore dei trasporti degli ultimi tre anni Massimo Deiana che i figli avranno le stesse difficoltà un giorno.

E tutto si gira intorno a questa frase:

“Così auguro ai vostri figli lontani quando di andarvene toccherà a voi.”

In questa frase qualcuno ha voluto leggere che la Michela “mala” volesse augurare la morte, solitudine e dolori ai figli delle persone menzionate.

Una forma grave di “Cyberbullismo” … che ha portato Deiana chiamare la Murgia “l’Accabadora viva”. Poi sono intervenuti anche altri politici, parlando della forza delle parole e che dobbiamo “rimanere umani”. Io personalmente mi metto a ridere se lo dicono persone di destra … ma vabehh 🙂 (scusate la polemica)

La mattina stessa 4 senatori hanno scritto una lamentela alla RAI, dicendo che una persona pubblica, Michela mala, non dovrebbe esprimersi così. Un comportamento da quattordicenni dal mio punto di vista – spero proprio che nessuno di loro legga il mio Blog, altrimenti mandano una lettera alla presidente del circolo sardo di berlino, o al mio donatore di lavoro o addirittura a mia mamma … quella emigrata nel 1976 …

La prima cosa che mi sono chiesta è dov’erano tutti questi con la loro “political correctness” quando Ugo Cappellacci disse che Michela Murgia fosse la “Costa Concordia della politica”? A quanto pare alcuni politici non hanno il dovere di “restare umani”, visto che il gap tra “schettino della politica” (come lo chiamò lei a lui) e la risposta del ex-governatore, è molto grande … ma forse lo capisce solo una donna. Ok, acqua passata … beviamoci una tisana e rimaniamo calmi 😉

Per tre giorni non ho scritto niente, ma infondo mi brucia sotto le unghie… Il tema nel mondo degli emigrati sardi è abbastanza presente e come ricordo volentieri la frase di Franciscu Sedda “I Sardi sono emigrati, appena lasciano la Sardegna, non quando lasciano l’Italia”. Vuol dire che se dobbiamo vedere qualcuno o andare solo “a casa”, dobbiamo per forza superare quel mare.

Ho (soltanto) quasi 40 anni, ma mi ricordo i viaggi dalla Germania in Sardegna, quando ero piccola. Mia madre non ha la patente e abbiamo sempre preso il treno per Genova e da li la nave. Tre giorni ci abbiamo messo. Dormivo nel suo grembo, mentre lei era seduta sul divano nel bar della nave tutta la notte. Poi suo fratello o qualcun’altro veniva a prenderci. Il primo aereo che ho preso era forse agli inizi degli anni 90. Viaggiavo da Berlino a Roma con l’Alitalia e poi dopo addirittura da Olbia a Cagliari con l’Alisarda. A volte da sola, se non bastavano i soldi per entrambe.

Lo scrivo perché stavo leggendo gli “Atti del Sesto Congresso FASI: Continente / Sardegna. La rete degli emigrati sardi patrimonio dell’Isola. Solidarietà, cultura, progettualità: risorse per un nuovo sviluppo”, Quartu Sant’Elena (Cagliari) / 28-30 ottobre 2016. Ci sono tanti. Il tema è molto importante per la FASI e tutti gli emigrati ovviamente … e ho ricordato questi viaggi che feci da bambina. A questi congressi si parla sempre molto dei trasporti. Vorrei citare una parte dell’articolo di Tonino Mulas, presidente onoraio della FASI (p.28/29).

“Noi vogliamo che la questione della continuità territoriale venga intesa anche come assunzione di responsabilità da parte della Regione. Attualmente, nella convenzione con Tirrenia la Regione Sardegna non ha alcun ruolo. L’accordo scadrà nel 2020 e vogliamo che la Regione Sardegna si prepari e si impegni alla scadenza della convenzione ad essere presente come firmataria insieme con lo Stato, e continui a prevedere la possibilità degli oneri sociali per mantenere la continuità territoriale. Per una Regione autonoma che interviene sulle proprie ricchezze, i propri bisogni e ha una sua potestà legislativa sarebbe grave non intervenire sul problema centrale dei trasporti! È una questione di diritto, il diritto alla mobilità per tutti i cittadini, ma per la Sardegna è anche una questione di interesse vitale, perché, senza un sistema di trasporti adeguato alla richiesta, efficiente ed economico, non ci sarà turismo capace di reggere; non ci sarà sviluppo economico, visto che il turismo sta diventando uno dei settori principali dell’economia della nostra regione; sappiamo quanto siano in difficoltà l’industria e l’allevamento. Questa partita non dobbiamo giocarla solo noi che difendiamo il nostro interesse di emigrati ad avere il diritto di ritornare nella nostra terra, questa battaglia deve essere di tutti i sardi – questo non è sempre accaduto -, deve essere di tutta l’opinione pubblica e in primo luogo del governo della Sardegna.”

Il tema è stato affrontato anche qui in Germania durante il Congresso della Federazione dei Circoli Sardi in Germania. Ciò che porta la rabbia è che aspettare ad un mezzo ci costa molto tempo, poter fare solo un viaggio all’anno vuol dire avere meno tempo con i nostri cari, ma anche per organizzare eventi all’estero per fare promozione per la Sardegna, costa tempo e si possono fare meno cose … e niente ha più valore del nostro tempo.

Io, intanto vorrei fare le condoglianze a Michela Murgia per l’amica che ha perso. Visto che qualcuno si è infastidito del “non-frastimu” della Murgia, mentre lei ha veramente perso una persona cara.

Vorrei chiudere il mio commento a questa gonfiata inutile del Facebook della scrittrice, dicendo che i politici non hanno solo la responsabilità di pensare ai propri figli, ma di migliorare la vita di tutti i figli che quella terra ha partorito.

 

 

Italiener trauern um Fabrizia di Lorenzo- Opfer des Terroranschlags in Berlin

fabrizia

(Profilfoto Facebook)

Fabrizia wollte nur noch schnell ein paar kleine Geschenke besorgen, weil sie an Weihnachten zuhause in Italien gewesen wäre. Eine braune, leicht gekräuselte Strähne fiel ihr ins Gesicht und glitzerte unter den bunten Lichtern des Marktes auf dem sie sich befand. Es war zwar ein kalter Montagabend, aber in der Luft lag ein süßer Geruch, der sie bezauberte. Ihre funkelnden Augen suchten nach farbenfrohen und ungewöhnlichen Objekten, die sie in ihre Heimat begleitet hätten, während sie ihrer Mutter Giovanna am Telefon sagte, dass sie sich am Mittwoch wieder sehen würden.

Sie schaute sich um, sie trat an einen Stand und betrachtete ein paar Wachskerzen, als ihre Aufmerksamkeit von selbstgemachten Holzfiguren nebenan erregt wurde, die sich wunderbar auf der Kommode im Flur des Hauses in Italien gemacht hätten. Sie berührte die Gegenstände und lächelte die Verkäuferin an. Sie freute sich, weil sie sich dachte, dass das eine oder andere ihren Eltern hätte gefallen können. Mitgebracht aus Berlin, der Metropole, in die sie gezogen war, um zu arbeiten, um eine neue Sprache zu lernen und vor allem, um dort zu leben.

Und plötzlich wurde es dunkel …

So habe ich sie mir vorgestellt, die letzten Minuten des Lebens von Fabrizia di Lorenzo, die am 19.12 auf dem Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz starb. Zuvor habe ich nichts gedacht. Bevor man das Handy der 31 jährigen in der Nähe des Platzes gefunden hatte, habe ich gar nichts gedacht oder empfunden.

Ich dachte, dass es sich um einen gewöhnlichen Unfall handelte. Ein Betrunkener am Steuer hat die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Wer würde denn ausgerechnet diesen Weihnachtsmarkt als Ziel auswählen? Und wieso sollte eine Italienerin ausgerechnet dort hin gehen? Alleine?

Es war ein seltsamer Abend, es wurde insgesamt eine seltsame Woche. Manche Straßen waren wie leer gefegt und man hörte von Weitem Sirenen, immer wieder. In den Zeitungen und in den sozialen Netzwerken brodelten die Mutmaßungen und die letzten News hoch auf ein ziemlich unerträgliches Pensum an Informationen. Es berührte mich nicht. Ich bin Berlinerin. Ich bin hier aufgewachsen. Mir macht niemand Angst in meiner Stadt, redete ich mir ein … und fuhr über Umwege zur Arbeit und war schon selbst nach diversen anderen Anschlägen fast nirgendswo mehr hingegangen.

9 Tote, 10 Tote, 11 Tote, 12 Tote, viele Verletzte, um die fünfzig. Das hört man jeden Tag und man sieht Bilder vom Krieg und vom Elend in der Welt. Ich wollte nicht trauern, ich wollte verdrängen, ich wollte es einfach ignorieren. Die sardischen Zeitungen meldeten sich bei mir, um ein Statement zu bekommen, “wie ich mich fühlte und was ich so dachte”. Besorgte Freunde riefen mich an und schrieben mir Nachrichten.

Ich war jedoch wie gelähmt, ich fasste mich kurz, ich dachte selbst nur an wenige Menschen von denen ich wissen wollte, ob es ihnen gut ging. Von den meisten erfuhr ich in Facebook, was sie taten, dass sie da waren, in “Sicherheit” waren. Partiell sogar Leute, von denen ich wusste, dass sie seit Jahren keinen Fuß in den Bezirk der Schreckenstat gesetzt hatten. Ich markierte mich nicht mal in Sicherheit, jemand anders tat das. Ich glaube, ich habe eine innere Blockade aufgebaut und wollte nichts fühlen …

… und dann war da Fabrizia di Lorenzo aus Sulmona in Italien. Im Laufe der Tage erfuhr ich immer mehr über sie. Sie schrieb gerne, sie hatte Internationale Beziehungen studiert und sprach sehr gut Deutsch und Englisch. Wir hatten einige gemeinsame Freunde, ihre Titelbilder auf Facebook zeigen, dass sie Landschaften mochte, dass sie Städte mochte, dass sie Kunst mochte. Vor allem aber lachte sie viel und freute sich über Kleinigkeiten. Ganz bestimmt hielt sie einen kleinen Gegenstand in der Hand und betrachtete ihn auf diesem Weihnachtsmarkt.

Die Stunden und Tage vergingen immer mühseliger. Man wartete auf das Ergebnis des DNA-Tests, weil viele der Verstorbenen nicht ohne identifizierbar waren. Der Vater, so sagte er, hatte schon jede Hoffnung aufgegeben. Sie wäre nicht unentschuldigt der Arbeit fern geblieben und hätte ein Lebenszeichen von sich gegeben. Was für eine schreckliche Situation für die Familie. Was für eine schreckliche Situation insgesamt, in der jeder eigentlich nur versuchen konnte, nicht die Fassung zu verlieren.

Sie war tatsächlich unter den Opfern und die italienische Gemeinschaft in Berlin trauert. Unendlich viele Klicks, unendlich viele Kommentare. Heute morgen sah ich ein kleines Video über sie mit Bildern. Es tat mir so leid und mir sind ein paar Tränen die Wangen herunter geflossen. Je mehr das Geschehene zeitlich wegrückte, umso mehr fing es an, mich zu berühren, weil diese junge Frau dem Ganzen ein Gesicht gab.

Ich kannte dich nicht, Fabrizia, aber ich werde dich in Erinnerung behalten. Ruhe in Frieden.

 

Die Sprachpolitik von Atatürk … und Sardinien

Ne mutluyum türküm diyene

(Glücklich ist derjenige, der sagen kann: „Ich bin Türke“).

In meinem Blog geht es um Soziolinguistik, Sprachpolitik, Sprachkontakt und Geolinguistik. Es geht immer um den Vergleich zwischen der sardischen Sprachpolitik und anderen Sprachen oder Sprachpolitiken. Es geht um die Beschreibung dessen, was in anderen Ländern geschehen ist und darum Parallelen zu ziehen.

Vor einigen Tagen stolperte ich über meine Magisterarbeit, natürlich habe ich ein wenig darin herumgeblättert und gesehen, dass ich einige Seiten zur Sprachplanung verfasst hatte und unter anderem auch die türkische Sprachpolitik unter Mustafa Kemal Atatürk erwähnt hatte.

Bevor sich innerhalb der Sprachwissenschaft das Konzept der Sprachplanung herausgebildet hatte, gab es bereits Personen, die sich auf die Suche nach Regeln für Sprachen und „reinen“ Sprachformen gemacht hatten. Diese Personen würde man heutzutage eher als „Grammatiker“, denn als Linguisten bezeichnen.

Die wissenschaftliche Herausbildung der Sprachplanungstheorie gehört dem Zwanzigsten Jahrhundert an. Die tatsächliche Beschäftigung mit sprachlichen Standards fand in den dreißiger Jahren ihren Platz in der Sprachwissenschaft. Des Weiteren muss man unterstreichen, dass eine Unterscheidung zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit im Hinblick auf den Standard gegeben wurde. Man betonte zunehmend, dass es bis dato eine Form der ‘Willkürlichkeit’ hinsichtlich der Herausbildung schriftlicher Standards gegeben hatte.

Die meisten schriftlichen, europäischen Standards hatten sich aufgrund ihrer Literatur beziehungsweise durch Schriftsteller herausgebildet. Manchmal brachten auch wirtschaftlich starke Zentren oder eben Hauptstädte die Standardsprache hervor.

Die Etablierung einer Standardsprache durch diese Mechanismen war nicht länger vertretbar. Es wurde ein gezielter Eingriff von Linguisten in Normierungsprozesse von Sprachen gefordert. Diese Forderung impliziert das, was in unserem heutigen Verständnis als Sprachplanung gilt. Der bewusste Eingriff in sprachliche Strukturen, durch Linguisten und seitens des Staates.

Als eines der ersten Beispiele eines solchen Eingriffs in die Sprache kann man die Sprachpolitik der Türkei, unter Mustafa Kemal Atatürk (1881-1938), vermerken. Der Präsident der türkischen Republik veranlasste, dass die arabische Schrift auf das lateinische Alphabet umgestellt wurde. Gleichzeitig wurde die Hochsprache durch die türkische Volkssprache abgelöst. Diese Ablösung erfolgte durch eine Gruppe von Sprachwissenschaftlern, die der türkischen Volkssprache die gleiche Anmut verleihen sollten, die der Hochsprache, des vorherigen Osmanischen Reiches, in nichts nachstehen sollte.

Es ging um das „aktive Eingreifen in die Sprache“, im Sinne eines Sprachplanungsprozesses ausgehend von der Regierung. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Türkei eines der ersten Länder war, die Anstalten gemacht hat, einen solchen Prozess in Gang zu setzen.

Als am 29.10.1923 die Türkische Republik, Türkiye Cumhuriyeti, entstand und man sich als eigene Nation abgrenzen wollte, sind viele Reformen entstanden. In fast jedem Land bleibt die Sprache hierbei ein wichtiger Faktor, da sie identitätsstiftend ist und einen wichtigen Beitrag zur Entstehung eines kollektiven Gefühls leistet; sie ist Träger der Gedanken und des persönlichen Ausdrucks.

Das Türkische befand sich zuvor in einer Diglossie, der Koexistenz einer Hochsprache und einer Volkssprache. Das Türkische galt im Hinblick auf das Arabische und Persische als eine Sprache, der wenig Prestige zugeschrieben wurde. Sie wurde als grob und primitiv betrachtet und konnte schriftsprachlich nicht genau gefasst werden. Natürlich gab es schon Schriften, die auch in Türkisch oder der „Volkssprache“ verfasst worden waren.

Dieser Zustand änderte sich unter Atatürk und seinen Reformen, die, unter anderem, zunächst das Sultanat und Kalifat abgeschafften, ein neues Zivilrecht einführten und Ankara zur Hauptstadt ernannten. Die Grundgedanken der Sprachpolitik Atatürks spiegeln sich in folgendem Zitat wider:

„Die türkische Nation, die es verstand, ihr Land und ihre ehrenvolle Unabhängigkeit zu verteidigen, muss auch ihre Sprache von dem Joch der fremden Sprache befreien“.

An dieser Stelle entstehen, auch und vor allem, aus unserem heutigen Verständnis heraus, politische und kulturelle Konflikte:

  1. Unabhängigkeit und Nationalismus; Kann man unabhängig sein, sich auf die eigenen Werte besinnen, ohne dabei eine Tendenz zu entwickeln, starke nationalistische Züge anzunehmen?
  2. Identität und Fremdenhass; Kann man stolz auf seine Identität sein und die eigenen Wurzeln erhalten, ohne dabei das Fremde, das, was einen zuvor dominierte und vielleicht sogar unterdrückte, auszublenden und abzulehnen?
  3. Aufwertung und Purismus; Kann man die eigene Sprache aufwerten, ihr ein angemessenes Prestige verleihen, wenn man ihr ihre eigene Struktur, ihre eigenen Lexeme und Funktionen innerhalb des sozialen Gefüges nicht zuerkennt, ohne sie dabei rein zu halten und vor äußeren Elementen zu schützen oder gar zu verteidigen?

Am 01.11.1928 führt das Gesetz 1353 in der Türkei ein neues Schriftsystem ein, die lateinische Schrift. Dies hatte einerseits zur Konsequenz, dass es für die türkische Sprache bessere Korrespondenzen für Phoneme und Grafeme gab (also für Laute und ihre schriftliche Realisierung), andererseits die arabischen und persischen Wörter nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form wiedergegeben werden konnten und somit als „Fremdkörper“ erschienen.

Es wurde die türkische Sprachgesellschaft gegründet, die heute Türk Dil Kurumu (TDK) heißt. In ihr befanden sich auch radikale Puristen, die in extremer Art und Weise versuchten, alle Fremdelemente zu beseitigen. Die Sprachgesellschaft hatte folgende Aufgaben:

  • Material aus der Volkssprache, aus älteren Texten und aus anderen Turksprachen zu sammeln
  • Regeln für den gesamten sprachlichen Korpus fest zu legen
  • Lehnwörter und Fremdwörter durch türkische Wörter zu ersetzen
  • Fragebögen landesweit zu verteilen (Büyük Dil Anketi) und die Bevölkerung zu involvieren
  • Zeitungsleser aufzufordern türkische Wörter zu finden
  • Der Bevölkerung zu empfehlen täglich ein neues türkisches Wort einzuüben
  • Wissenschaftliche Bücher mit Hilfe anderer europäischer Sprachen zu schaffen

Im Laufe der Geschichte der Sprachgesellschaft gab es jedoch anscheinend verschiedene Tendenzen im Hinblick auf die „Reinheit“ der Sprache und die absolute „Ausmerzung“ von Fremdwörtern.

Bald wurde auch Atatürk und seinen Mitarbeitern der TDK bewusst, dass es nicht möglich war, absoluten Purismus gewährleisten zu können, da alle Sprachen irgendwie „gemischt“ sind. Sprachkontakt evoziert automatisch Entlehnungen, Neuschöpfungen und Veränderungen von grammatikalischen, lautlichen oder anderen sprachlichen Strukturen.

Auch die TDK konnte sich nicht den bereits eingegangenen Wörtern aus anderen Sprachen, wie dem Persischen und Arabischen, für immer entledigen. Geschweige denn verhindern, dass aus anderen Sprachen neue Wörter eingingen. Hier musste ein guter Mittelweg gefunden werden. Augenscheinlich hatte Atatürk für dieses Problem eine recht intelligente Lösung parat.

Es geht um die Güneş Dil Teorisi, die „Sonnensprachtheorie“. Ein serbischer Gelehrter, Hermann Feodor Kvegić, hatte einst die Behauptung aufgestellt, dass Türkisch die Ursprache aller Sprachen sei. Er hatte bestimmte Laute untersucht. Laute, die Menschen beim Anblick der Sonne ausstießen, die irgendwie dem Prototürkischen ähnelten. Eine Art türkische „Onomatopoesie“ (sprachliche Nachahmung von außersprachlichen Schallereignissen), die allen Sprachen zugrunde liegt. Kurzerhand bediente man sich dieser Theorie. Sie galt von 1936-1938 als Staatsdoktrin in der Türkei.

Es bleibt sehr zweifelhaft, dass Atatürk tatsächlich an diese Theorie glaubte, allerdings erlaubte sie ihm dem stark Überhand nehmenden Purismus entgegenzuwirken. Wenn tatsächlich alle Wörter auf das Türkische zurückgingen, so musste man sich über Fremdwörter nicht mehr arg den Kopf zermartern, da ja dann alles türkisch war.

 

……………………………………………………………………………………………………………………………..und Sardinien…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………

 

Die Sprachpolitik Atatürks auf Sardinien anwenden zu wollen, wäre in höchstem Maße anachronistisch und gleichzeitig nicht realitätsgetreu, da Sardinien sich in einer völlig anderen Situation befindet, als die Türkei vor fast hundert Jahren. Zudem kann nicht alles, was in der Türkei geschehen ist, als positiv gewertet werden. Allerdings existieren hinsichtlich der Sprachpolitik und der grundlegenden Konflikte einige Parallelen.

Sardinien besitzt seit 1948 ein Sonderstatut, Regione Autonoma Sarda. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es in Sardinien, seitens verschiedener Parteien und Bewegungen, Unabhängigkeitsbestrebungen gibt. Besonders bei den letzten Regionalwahlen in diesem Jahr konnte man relativ hohe Prozentzahlen bei diesen Parteien verzeichnen, nicht zuletzt durch die Kandidatur der Schriftstellerin Michela Murgia als Präsidentin der Region Sardiniens. Doch auch kleinere Unabhängigkeitsparteien konnten Stimmen für sich gewinnen und Stellvertreter im Regionalen Rat platzieren.

Michela Murgia hat kurzerhand eine Partei zusammengestellt, Sardegna Possibile („Ein mögliches Sardinien“), die aus der Unabhängigkeitspartei Progetu Repùblica de Sardigna (ProgReS) und zwei Kandidaturlisten, Gentes und Comunidades, bestand. Der Unabhängigkeitsgedanke stand hierbei nicht im Vordergrund war jedoch stark impliziert.

In diesem Zusammenhang bemerkte man besonders in diesem Jahr, aber auch in den Jahren zuvor ein starkes Interesse für die sardische Sprache, die in den meisten Fällen in den Programmen von Unabhängigkeitsparteien, aber auch anderen Erwähnung findet.

Seit 1999 versucht man in Sardinien eine einheitliche Schriftsprache zu schaffen. Dies hat zu starken Auseinandersetzungen unter Politkern, Intellektuellen und Sprachwissenschaftlern geführt, die bis heute andauern und an denen die Verfasserin des vorliegenden Textes nicht ganz unbeteiligt war.

Die meisten Förderer der sardischen Sprache sind Menschen, die sich auf ihre Wurzeln besinnen, die sich für Traditionen interessieren und eben eine stärkere sardische Autonomie anstreben. Häufig sieht man sich mit Vorurteilen konfrontiert ein „Separatist“ zu sein, nur weil man Interesse an der eigenen Kultur hegt.

In meinem gesamten Vergleich mit der Sprachpolitik Atatürks möchte ich zwei Punkte hervorheben, die mir äußerst relevant erscheinen. Derlei Vergleiche sind bereits für andere Minderheitensprachen, wie das Katalanische, Baskische, das Papiamentu, das Deutsche in Südtirol und so weiter gezogen worden. Die türkische Sprachpolitik, wie veranschaulicht worden ist, trägt hierbei jedoch ihre Besonderheiten.

Die sardische Sprachpolitik der letzten fünfzehn Jahre hat sich massiv von der Bevölkerung, die diese Sprache letzten Endes aktiver verwenden soll, entfernt. In Sardinien existiert auch eine Art TDK, die den Namen Ufitziu pro sa Limba Sarda trägt. Hier haben verschiedene Übersetzungen in eine Norm stattgefunden Limba Sarda Comuna, die von weiten Teilen der Bevölkerung nicht akzeptiert wird, aufgrund ihres artifiziellen und die italienische Verwaltungssprache imitierenden Charakters.

Man sollte, wie Atatürk und die TDK es taten, Fragebögen erstellen, die Bevölkerung aufrufen zu helfen, man sollte Sprecher involvieren und sie am Sprachplanungsprozess Teil haben lassen, die sardischen Medien sollten auch jeden Tag ein neues Wort abdrucken und an der Revitalisierung der Sprache arbeiten. Man sollte vielmehr die sardische Literatur fördern, Beispiele in altsardischen Texten finden und auch massiv wissenschaftliche Arbeiten in sardischer Sprache fördern.

Punkt 2. Um jedoch nicht eine massive Form des Purismus zu evozieren und dem Nationalismus entgegen zu wirken, sollte man sich bemühen, einen gesunden Mittelweg zu finden. Natürlich keine „Sonnensprachtheorie”. Man sollte  das klare Bewusstsein dafür entwickeln, dass Entlehnungen, Fremdwörter und auch Italianismen im Zuge der Globalisierung ein natürlicher und fester Bestandteil der normalen Evolution einer Sprache sind.

Es sollte bei sardischem „Sprachpurismus“ viel mehr darum gehen, sich auf die Wurzeln zu besinnen und das eigene zu bewahren. Wir müssen keine anderen Wörter verwenden, wenn wir diese Wörter in unserem Gedankengut tragen, wenn sie bereits Teil unserer außersprachlichen Wirklichkeit sind und wir Namen für die Gegenstände haben, die uns umgeben.

… im Übrigen kann auch derjenige stolz sein, der von sich behaupten kann: “Deu seu sardu“.

 

Nachtrag vom 04.01.2015, dank der Unterhaltung mit Prof. M.L. (siehe unten, in italienischer Sprache):

Mein kleiner Artikel hier, der nur oberflächlich einige Punkte anschneidet, dient keinesfalls einer Verherrlichung von Atatürk.

Natürlich bleiben häufig bei Standardisierungsprozessen, besonders in der Vergangenheit bei der Entstehung von Grenzen und “Nationen”, Minderheiten auf der Strecke. Prof.M.L spricht hierbei die Kurden und Armenier an.

Ich bin immer dafür einen gesunden Mittelweg zu gehen und zu schauen welche Fehler in der Vergangenheit gemacht worden sind, aber hierbei nicht zu vergessen, daß man in der Geschichte auch einige positive Dinge finden kann. Ich bin dafür, zu sehen, was wir von anderen abgucken können, aber in unserem Kontext und die jeweilige Situation auch ablehnen können, weil es nicht zeitgemäß ist.

 

 

Unter anderem verwendete Literatur:

Coulmas, Florian (1985): Sprache und Staat. Studien zur Sprachplanung und Sprachpolitik, Berlin-New York: Walter de Gruyter.

Haig, Geoff (1996): „Sprachkontakt und Sprachpurismus am Beispiel der türkisch-osmanischen Sprache“, in: Rostocker Beiträge zur Sprachwissenschaft2, S.59-89, Rostock: Philosophische Fakultät.

Haugen, Einar (1966): Language Conflict and Language Planning. The case of modern Norwegian. Cambridge Massachusetts: Harvard University Press.

Haugen, Einar (1987): Blessings of Babel, Berlin- New York: Mouton de Gruyter

Laut, Jens Peter (200): Das Türkische als Ursprache. Sprachwissenschaftliche Theorien in der Zeit des erwachenden türkischen Nationalismus, Turcologica 44, Wiesbaden: Harrassowitz.

Vachek, Josef (1966): The Linguistic School of Prague, Bloomington & London: Indiana University Press.

 

Articolo nella rivista “Lacanas” 59

600809_10152148631336988_1056553284_n

La rivista Lacanas ha pubblicato recentemente un articolo su di me.

LACANAS pp.56-57-58 Anno x n.59 VI 2012

Si tratta di un intervista che mi fece Massimiliano Perlato per Tottus in Pari (2010).

http://tottusinpari.blog.tiscali.it/2010/11/22/quel-forte-desiderio-interiore-di-parlare-in-sardo-dialogo-con-alexandra-porcu-vice-presidente-del-circolo-sardo-di-berlino/

Lacanas ha riproposto questo articolo senza informare ne a me e neanche alla persona che l’aveva scritto.

Ho chiarito questo errore con la rivista, ma comunque vorrei dire due o tre parole perché credo che una rivista dovrebbe garantire l’attualità delle informazioni che pubblica.

Non sono più la vicepresidente del Circolo Sardo di Berlino, ma sono stata la presidente del Circolo Sardo di Berlino per due anni. Non lo dico perché mi interessa di avere un “titolo” maggiore.

Lo dico perché stiamo parlando di un lavoro di volontariato che mi ha costato tanto tempo ed energie e a volte anche soldi propri. Ma non solo a me, ma anche alla comunità sarda di Berlino che mi aveva affidato questo ruolo.

Quando Tottus in pari pubblicò l’articolo le cose stavano molto diverse. I circoli sardi nel mondo stavano meglio. Soprattutto il Circolo Sardo di Berlino, uno dei più giovani, stava portando avanti tantissime attività culturali.

In primis perché c’erano il tripplo dei contributi della Regione Autonoma. Sostenevano la nostra promozione volontaria e il nostro lavoro volontario ad un livello molto alto.

Oggigiorno le cose stanno diversamente, anche se stiamo ancora portando avanti delle attività, la crisi è arrivata anche qui.

Nell’articolo ho detto che sostengo la Limba Sarda Comuna (LSC) e che la uso quando scrivo. È vero che lo facevo, ma non lo faccio più.

La LSC all’inizio sembrava una buona idea, soprattutto per una persona da fuori che stava imparando il sardo e che non aveva ancora approfondito il tema e credeva alle promesse fatte nella proposta stessa.

Negli ultimi due anni ho totalmente cambiato idea, non solo perché ho sentito altri punti di vista, non solo perché ho letto anche altre cose e sono cresciuta come linguista, ma soprattutto perché ho riletto la LSC. Non capisco neanche più come la potevo sostenere e ringrazio ad alcune persone come Frantziscu Lai, Ivo Murgia ed altri che mi hanno aperto gli occhi su questo tema.

Addirittura ho scritto una critica molto seria e negativa sulla LSC, sullo standard che adopera la Regione Autonoma Sarda qualche settimana prima che Lacanas pubblicasse la mia intervista.

Non mi piace per niente che ora ci sia questa confusione. Mi arrivano email di persone che non conosco e anche di persone che conosco.

Non mi piace che si faccia “pubblicità” con la mia faccia e il mio nome per cose che non vedo più con gli stessi occhi di allora, cose che sono molto cambiate.

Questo lo dico per quanto riguarda la mia opinione sulla situazione del nostro circolo e anche per quanto riguarda la mia posizione da linguista.

Vecchi Articoli

288585_261305033881340_100000055371396_1192182_3734628_oAl Circolo di Berlino una serata dedicata al pecorino sardo”:http://www.regione.sardegna.it/messaggero/2006_marzo_16.pdf

Sa birgòngia de faeddare in sardu. Duos cunvènnios, una testimonia”:

Pattada: http://www.sotziulimbasarda.net/settembre2007/alexandra.htm

Chentu concas, Chentu limbas”: http://www.regione.sardegna.it/messaggero/2008_ago-set_29.pdf

Unu minutu, un’istoria”: http://www.sotziulimbasarda.net/luglio2008/unuminutu.htm

La Sardegna a Berlino, visto da dentro, vista da fuori”: http://www.regione.sardegna.it/messaggero/2008_ottobre_29.pdf

Mostra fotografica a Berlino su: Femina. Manos e boches”: http://www.regione.sardegna.it/messaggero/2009_aprile_27.pdf

Sa ‘Notte longa de s’iscentzia’”: http://www.regione.sardegna.it/messaggero/2009_luglio_29.pdf

Nel circolo sardo di Berlino Marion Krause allegat su sardu“: http://www.regione.sardegna.it/messaggero/2010_marzo_29.pdf

Due scrittori sardi al Circolo di Berlino”: http://www.regione.sardegna.it/messaggero/2010_dicembre_28.pdf